Arbeitsdemokratie, Selbstregulation und Politik

von John Joachim Trettin

Arbeitsdemokratie ist eins der umstrittensten Konzepte von Reich. Im allgemeinen wird sie überhaupt nicht verstanden, ja meist sogar belächelt und als völlig unbrauchbar abgetan.

Man versteht sie als eine Finalität, die mit Realität nichts zu tun hat, als ein Ideal einer gut funktionierenden Gesellschaft. Dabei ist Arbeitsdemokratie das genaue Gegenteil. Sie ist eine Realität, die mit Politik durchsetzt ist. Politik ist der diametrale Gegenspieler zur Arbeitsdemokratie.

Wen wundert es da, daß es immer das politische Reichlager war, das mit der Arbeitsdemokratie nichts anzufangen wußte. So findet man auch heute im Allgemeinen sehr wenig über Arbeitsdemokratie im Zusammenhang mit der Reich-Öffentlichkeitsarbeit.

Die ersten Reichansätze nach Kriegsende in der jungen BRD und Westberlin waren von politischem Denken geprägt. Der frühe Reich paßte noch dazu gut. Reich, der der Hauptschüler von Siegmund Freud war, veröffentlichte 1927 das Buch "die Funktion des Orgasmus" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Untertitel des Buches "Entdeckung des Orgons Vol.1).

In diesem Buch trat er in scharfen Widerspruch zur Freudschen Theorie, die glaubte, biologische Triebe bedürften der kulturellen Sublimation. Reich schreibt darüber 1942 in der 3. korrigierten und erweiterten Auflage der "Massenpsychologie des Faschismus :

"Umfassende und gewissenhafte Heilarbeit am menschlichen Charakter hat mir die Überzeugung beigebracht, daß wir beim Beurteilen menschlicher Reaktionen grundsätzlich mit drei verschiedenen Schichten der biophysischen Struktur zu rechnen haben. Diese Schichten der Charakterstruktur sind, wie ich in meinem Buch Charakteranalyse dargelegt habe, autonom funktionierende Ablagerungen der sozialen Entwicklung.

In der oberflächlichen Schicht seines Wesens ist der durchschnittliche Mensch verhalten, höflich, mitleidig, pflichtbewußt, gewissenhaft. Es gäbe keine soziale Tragödie des Menschentiers, wenn diese oberflächliche Schicht des Wesens mit dem tiefen natürlichen Kern unmittelbar in Kontakt wäre. Dies ist nun tragischerweise nicht der Fall.

Die oberflächliche Schichte der sozialen Kooperation ist ohne Kontakt mit dem tiefen biologischen Kern der Person; sie ist getragen von einer zweiten, einer mittleren Charakterschichte, die sich durchweg aus grausamen, sadistischen, sexuell lüsternen, raubgierigen und neidischen Impulsen zusammensetzt. Sie stellt das Freudsche "Unbewußte" oder "Verdrängte" dar, die Summe aller sogenannten "sekundären Triebe" in der Sprache der Sexualökonomie.

Die Orgonbiophysik vermochte das Freudsche Unbewußte, das Antisoziale im Menschen, als sekundäres Resultat der Unterdrückung primärer biologischer Antriebe zu begreifen.

Dringt man durch diese zweite Schichte des Perversen tiefer ins biologische Fundament des Menschentieres vor, so entdeckt man regelmäßig die dritte und tiefste Schichte, die wir den "biologischen Kern" nennen. Zutiefst, in diesem Kern, ist der Mensch ein unter günstigen sozialen Umständen ehrliches, arbeitsames, kooperatives, liebendes -oder, wenn begründet, rational hassendes Tier." (1)

Das war eine Erschütterung der Freudschen Theorie, und wie bekannt ist, mochte Freud "das Buch" nicht. Freud hatte zwar folgerichtig erkannt, daß Neurosen durch sexuelle Antriebe gespeist wurden, doch sie mußten aus ihrer Verdrängung gehoben und kulturell sublimiert werden.

"Das Unbehagen in der Kultur" (2), daß war Wilhelm Reich, der 1942 im Vorwort zur Entdeckung des Orgons folgendes nochmals unmißverständlich klarstellte

"Die seelische Gesundheit hängt von der orgastischen Potenz ab, daß heißt vom Ausmaß der Hingabe- und Erlebnisfähigkeit am Höhepunkt der sexuellen Erregung im natürlichen Geschlechtsakt. Ihre Grundlage bildet die unneurotische charakterliche Haltung der Liebesfähigkeit. Die seelischen Erkrankungen sind Folgen der Störung der natürlichen Liebesfähigkeit. Bei orgastischer Impotenz, unter der die überwiegende Mehrzahl der Menschen leidet, entstehen Stauungen biologischer Energie, die zu Quellen irrationaler Handlungen werden. Die Heilung der seelischen Störungen fordert in erster Linie die Herstellung der natürlichen Liebesfähigkeit. Sie ist von sozialen Bedingungen ebenso abhängig wie von psychischen" (3)

Freud war weit davon entfernt, die Konsequenzen aus Reichs "Funktion des Orgasmus" zu ziehen. Seine sozialen und psychischen Bedingungen erlaubten ihm das nicht. Reich glaubte, daß Freud gerne gesprochen hätte, stattdessen entwickelte er seinen Rachenkrebs. Reich erkannte die gesellschaftliche Dimension, die sich dem Gesundheitsprozeß entgegenstellte.

"Seit dem Bestehen der Spaltung der Gesellschaft in Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer der Ware Arbeitskraft etabliert sich jede gesellschaftliche Ordnung von jenen bestimmt über den Willen und die Köpfe der letzten hinweg, ja meist gegen deren Willen. Indem aber diese Ordnung die psychischen Strukturen sämtlicher Gesellschaftsmitglieder zu formen beginnt, reproduziert sie sich in den Menschen. Und insofern dies durch Wandlung und Inanspruchnahme der von den libidinösen Bedürfnissen regierten Triebapparatur geschieht, verankert sie sich auch effektiv in ihnen." (4)

" In dieser charakterlichen Verankerung der gesellschaftlichen Ordnung findet die Duldsamkeit der unterdrückten Schichten der Bevölkerung gegenüber der Herrschaft einer gesellschaftlichen Oberschicht, die über die Machtmittel verfügt, ihre Erklärung, eine Duldsamkeit, die sich gelegentlich bis zur Bejahung der autoritären Unterdrückung gegen das eigene Interesse steigert. Das tritt auf dem Gebiete der Unterdrückung des Geschlechtslebens weit deutlicher in Erscheinung als auf dem der materiellen und kulturellen Bedürfnisbefriedigung." (5)

Reich suchte nach Möglichkeiten, innere Ökonomie und äußere Ökonomie gesellschaftswissenschaftlich und revolutionär zu verknüpfen. Theoretisches Glanzstück dieser Periode war die Schrift: "Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse" (6) Diese Entwicklung führte dazu, daß Freud Reich loswerden wollte. Freud lehnte Gesellschaftsbezüge ab. Die Psychoanalyse sollte wissenschaftlich bleiben. Doch tatsächlich wurde ihr Ausverkauf an die Faschisten bereits betrieben.

"Der internationale Psychoanalytische Verlag, vertreten durch Dr. Martin Freud kündigte kurz nach Hitlers Regierungsantritt einen mit Reich bereits geschlossenen Publikationsvertrag für dessen Buch "Charakteranalyse". In dem man Reichs Analytische Arbeit gar nicht mehr verlegte, ließ sich wohl am besten der angestrebte Eindruck erwecken, Reich sei ein schlechter Analytiker geworden (wie Anna Freud an Ernest Jones geschrieben hatte).und 1936 besprach Jones in Basel mit M.l. Göring die weitere Gestaltung der Kooperation zwischen den nunmehr rein arischen Psychoanalytikern Deutschlands und den Nationalsozialisten."(7)

1927 beginnt Reichs verheerendste Periode seiner Theorie. Er glaubt, politische Soziologie und soziologische Psychoanalyse praktisch und theoretisch zusammenführen zu können. Er, Reich glaubt dabei an die Wissenschaftlichkeit beider Disziplinen und muß erst langsam erkennen, daß Sozialismus/Kommunismus und Psychoanalyse sich längst auf dem Boden der Gesellschaftspolitik bewegen. Hier geht es um Macht oder zumindest ums Überleben, wie im Fall der Psychoanalyse.

Ende der sechziger Jahre wird dieser Fehler erneut in Westberlin und in der BRD wiederholt: Prinzipieller Glaube an die Rationalität des Marxismus unter Einbeziehung der Psychoanalyse. Doch tatsächliche Unwissenheit gegenüber der Bewältigung psychischer Probleme verschiebt den Akzent immer mehr ins rein Systempolitische.

Obwohl Anfang der 70ger Jahre die eigentliche Literatur Reichs, die sogenannten Spätschriften erscheinen, geht abermals von Berlin ein revisionistischer Trend dem Politpsychologischen voraus. Er nennt sich diesmal "Wilhelm Reich Initiative" und spielt theoretisch die sozialen Erkenntnisse der Soziologischen Orgonomie als unwesentliche Ergänzungen ursprünglicher Theorien herunter (Soziologische Ergänzung der Sexualökonomie ist der Marxismus! (dokumentiert in Emotion Nr.5, War Reich Marxist?)

Erst Mitte der 80ger Jahre kommt diese Bewegung mehr in Kontakt mit der ursprünglichen Orgonomie, dem wirklichen Wilhelm Reich. Aber ab diesem Punkt wird eine andere Komponente sichtbar. War Wilhelm Reich vormals soziologisch mit einer linken Perspektive verbunden, so ist es jetzt auf einmal das akademische Bürgertum, das man gewinnen will. Zwar haben die ideologischen Wortführer gewechselt, doch man geht immer noch Hand in Hand, Stichwort: Effektivität und Effizienz.

Sträubte man sich damals gegen eine amerikanisierte Komponente, die angeblich bürgerliche Orgonomie, so ist sie jetzt mit einigem Murren doch akzeptabel, weil man mit dem Marxismus "keinen mehr hinter dem Ofen hervorholen kann".

Was ich beschrieben habe, ist Reichianische Politik, nicht die Arbeitsdemokratie.

Arbeitsdemokratie ist sowohl als auch abhängig von: Gesundheit, rationalen Motiven und sozialer Kooperationsfähigkeit.

Sie gehört nicht zum "american way of life" oder gar zum "american dream" in dem es obligatorisch ist "es zu schaffen", "wer zu sein", " Titel zuhaben" etc..

Die Idee der Arbeitsdemokratie setzt ja gerade auf einen Status der einer der gemeinsamen Arbeit erwächst, wobei der Schwerpunkt tatsächlich auf Arbeit und nicht auf dem Politisieren liegt.

Bevor wir jetzt weiter auf Arbeitsdemokratie eingehen, müssen wir erst einmal herausstellen, warum Politisieren nun wirklich nichts in der Arbeit zu suchen hat und auch nicht eine soziologische Entsprechung auf höhere Ebene ist.

Reich zog 1930 nach Berlin. Er gründete dort die SexPol. Die Organisation für Sexualökonomie und Politik. Erinnern wir uns: Für Reich war der Mensch nicht reines Opfer gesellschaftsökonomischer Prozesse. Er, der Mensch selbst reproduzierte seine Unterdrückung selbständig durch spezielle Identifizierung mit seiner Libidounterdrückung

Ich glaube, man kann auch heute noch sagen: die freie Libido, oder was Reich den genitalen Charakter nannte, ist die eigentliche revolutionäre Kraft in Zeiten der Unterdrückung. -im freien Leben ist sie "eigentlich nicht revolutionär" sondern einfach nur das Leben selbst. Das ist der Grund warum echtes Leben in Zeiten der Repression revolutionär ist.

Reich schreibt in der "unwesentlich erweiterten" (a) dritten Auflage der Massen-psychologie: "1930 hatte ich keinerlei Ahnung von den natürlichen arbeitsdemo-kratischen Beziehungen der werktätigen Menschen. Die jungen sexualökonomischen Einsichten der menschlichen Strukturbildung waren damals im Rahmen des Denkens der marxistischen Parteien untergebracht." (9)

Hier gibt Reich selber zu, eine Anleihe bei einem System anderer Art gemacht zu haben. Die Sexualökonomie hatte zwar das Individuelle aber noch nicht das Soziologische durchdrungen.

Wie wir wissen, hatten die Marxisten Marx so mißgedeutet, daß materiell nicht "tatsächlich" bedeutete, sodaß sie all das negieren wollte, was materiell nicht greifbar war. Aus der Kritik des Idealismus erwuchs keine echte Dialektik sondern ,auch gerne als Metaphysik abgestempelt , die Feindschaft gegen nicht direkt materiell Faßbares und das war "der psychische Produktionsprozeß". Diese Fehlauffassung zwang bereits Lenin zur Korrektur des Materialismus, denn selbst die Physik der damaligen Zeit lief in ihrer Erkenntnis dieser falschen marxistischen Interpretation davon.

Reich schreibt: "Die sexualökonomische Soziologie wurde in den Anstrengungen, die Tiefenpsychologie Freuds mit der Ökonomielehre von Marx in Einklang zu bringen, geboren.

Triebhafte und sozial ökonomische Prozesse bestimmen das menschliche Sein. Die sexualökonomische Soziologie löst den Widerspruch auf, der die Psychoanalyse den sozialen Faktor und den Marxismus den tierischen Ursprung des Menschen vergessen ließ." (10)

"Ferner: Die politische Ideologie der marxistischen Parteien Europas operierte mit rein wirtschaftlichen Zuständen, die einem Zeitraum von etwa 200 Jahren, also etwa vom 17. bis 19. Jahrhundert der Maschinenentwicklung entsprachen. Der Faschismus des 20. Jahrhunderts warf im Gegensatz dazu die Grundfrage der menschlichen Charakterbeschaffenheit, der menschlichen Mystik und Autoritätssucht auf, die einem Zeitraum von etwa 4000 bis 6000 Jahren entsprechen. Auch hier versuchte der Vulgärmarxismus einen Elefanten in ein Fuchsloch zu stecken. Die soziale Sexualökonomie befaßt sich mit einer menschlichen Struktur, die nicht in den letzten 200 Jahren entstand, sondern eine viele tausend Jahre alte patriarchalisch-autoritäre Zivilisation wiedergibt." (11)

Allein schon hier müssen wir eine scharfe Trennung zwischen Marxistischer Soziologie und Politik machen. Historisch und arbeitsdemokratisch können wir es als ein großes Glück betrachten, daß die marxistische Soziologie und die Freudsche Psychoanalyse bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt waren. Sie waren die arbeitsdemokratische Voraussetzung, auf der sich die Orgonomie erst entwickeln konnte.

Der dialektische Materialismus beschäftigte sich mit der materiellen-sozialen Produktivkraft, die Psychoanalyse mit der inneren Produktivkraft, der Libido. Aus der Sicht beider Produktionsbegriffe (Arbeitskraft und Libido.) lag ihr dialektischer Bezug geradezu auf der Hand. Arbeitsdemokratisch schon, politisch aber nicht.

Hier können wir sehr klar den politischen Charakter in aufgespaltener Polarität sehen. Proletarische Politik gegen bürgerliche Politik.-Proletarische und bürgerliche Politik zusammen gegen die rationale (arbeitsdemokratische) Erkenntnis biophysischer Energie und Sozialforschung.

Diese historischen Tatsachen machen es unbedingt notwendig, den wissenschaftlichen Marxismus vom politischen Marxismus zu trennen. Ebenfalls die wissenschaftliche Psychoanalyse von der gesellschaftspolitischen Psychoanalyse.

Wilhelm Reich hat diesen Schritt theoretisch, wie auch praktisch tatsächlich getan.:

"Der dialektische Materialismus, den Engels in seinem Anti -Dühring in den Grundzügen entwickelt hatte, entwickelt sich zum energetischen Funktionalismus. Diese Entwicklung vorwärts war ermöglicht durch die Entdeckung der biologischen Energie, des Orgons (1936-1939). Soziologie und Psychologie erwarben ein solides biologisches Fundament." (12)

Reich entdeckte die Orgonstrahlung in der dänisch/amerikanischen Periode seiner biologischen Experimente, immer noch orientiert an der Freudschen Forderung: Was ist Libido?

Während dieser Zeit rationaler und arbeitsdemokratischer Forschung polemisierten Freud und die Kommunisten gegen Reich und zwangen ihn zur Emigration aus Europa. Letztendliche Folge dieser Politik war die Inhaftierung Reichs in den reaktionären USA der 50ger Jahren und , gefolgt von seinem Tod im Gefängnis 1957.

Gleichzeitig dauerte es fast 30 Jahre bis die Orgonomie in Europa anfängt Fuß zu fassen und auch hier wieder in politisch durchsetzter Gestalt. Diesmal nicht in sozialistischer, sondern mehr liberal -bürgerlicher Form.

Die Autoritätslosigkeit der Orgonomie in der bürgerlichen Wissenschaftswelt bietet erst einmal einen Freiraum für Überlegungen, in welcher Weise man die neugewonnenen Möglichkeiten nutzen will. Hier gibt es quasi einen rechtlosen Raum. Die Idee, Teile Reichs zu nehmen, mit denen man sich in progressiven psychosomatischen Medizinerkreisen modern produzieren kann und andere unliebsame Teile zurückzuweisen, was eigentlich die gesamte Orgonbiophysik ist, ist verlockend und setzt sich Stück für Stück durch. Reich soll zwar Grundlegendes entdeckt haben, bedarf aber einer Kritik. So funktioniert das.

Auch werden die nötigen Experimente Reichs nicht richtig nachvollzogen, neue Reich- Repräsentanten korrigieren Reich und leisten somit die Arbeit, die die moderne Medizin von Aufsteigern erwartet. So wird der Anschein erweckt, die immer währende Kritik an Reich hätte ihre Berechtigung, weil sie jetzt selber auch aus der reichianischen Ecke kommt. Defakto war es nur eine Frage der Zeit, bis selbsternannte Repräsentanten Reichs bekannt gaben, Orgonenergie wäre nicht zu verifizieren, Reich hätte sich geirrt.

Auf dem therapeutischen Sektor trifft man Therapeuten, die keine orgonomische Ausbildung haben, weil das Emblem Reich gesellschaftspolitisch gesehen genügend ist. Der Wechsel vom theoretischen Reichidealisten zum bürgerlichen Geschäftsmann war somit auch nur noch eine Frage der Zeit., weil es auf Grundlage der ungelösten Neurose eh keine Hoffnung auf arbeitsdemokratische Verhältnisse gibt.

Gesund ist der, der sich der Zeit anpassen kann, neurotisch derjenige, der nicht mitmachen will.

Ähnlich wie in dem Kinofilm Pat Garett jagt Billy the Kid von Sam Pankinpath , kann die Situation nur schlecht für Wilhelm Reich ausgehen. Wie in diesem Film müssen Glaubensfragen und Freundschaft verraten werden ,wenn man mit einer Gesellschaftssituation alt werden will. In diesem Fall ist es zwar nicht die Eisenbahngesellschaft, an die man sich verkaufen will, die neuen Lokomotiven fahren auf Psychoschienen. Alt werden ist auch hier nur ein anderes Wort für Resignation. Reich fängt an störend zu werden. Seine Theorien passen einfach nicht mehr in eine Zeit, wo Cowboys nicht mehr Kühe, sondern Patienten melken . Alles das ist Politik und hat herzlich wenig mit sachbezogener Arbeit zu tun.

Auf einem internationalen Kongreß von Neoreichanern '91 zeigte ein Teilnehmer Videoaufnahmen des Orgasmusreflexes in der Endphase der Therapie, die zur Unruhe auf dem Kongreß führte und als anzüglich und später als blamabel beurteilt wurde.

Der Reich-Therapeut Jorge Stolkiner, ein Gast aus Argentinien, kommentierte: "So weit haben sich die Reichianer von Reich entfernt, daß sie den Orgasmusreflex nicht mehr kennen."

Ähnlich ging es in der Psychoanalyse zu , wo die sexuelle Äthologie der Neurose immer mehr verschwand und durch den Todestrieb die Ich-Psychologie abgelöst wurde.

Heute ist von Libido in der Psychoanalyse überhaupt keine Rede mehr der Sexualökonomie steht dasselbe bevor-eigentlich ist es bereits schon geschehen.

Die gesamte Ebene der Arbeitsdemokratie vom Standpunkt der Avantgarde wird sinnlos, wenn wir die Orgasmusreflextheorie aufgeben, so stark die Neigung danach auch sein mag. Praktisch muß Therapie dieses Ziel haben, sonst ist sie nur noch dem Namen nach eine Reichtherapie. Therapeuten müssen in dieser Disziplin qualifiziert sein oder sich die Möglichkeit dazu erarbeiten, ansonsten bewegen wir uns auf dem Gebiet der Therapiepolitik. Das wäre Hausiererei auf sozialer Ebene. Aus diesen Fakten ist zu ersehen, daß wir mehr oder weniger alle Faktoren, die zwar mit sozialem Anspruch verbunden sind , sich aber nicht am Arbeitsobjekt orientieren, unter dem Begriff der Politik subsumieren müssen.

Reich machte diese Erfahrung zwischen 1927 und 1933. Der Marxismus war politischer Art, wirkliche soziologische Fragen wurden nicht gestellt. Reichs soziologisches Engagement wurde als Konkurrenz empfunden und man drohte ihm, ihn an die Wand zu stellen, wenn der Marxismus siegen würde. -Das ist Politik

Reich verließ 1933 Deutschland und emigrierte nach Skandinavien. Rückblickend begrüßte er später das Scheitern der Sexpol Bewegung. (13) Eine der größten Katastrophen wäre über die Menschheit hereingebrochen, wenn sich diese Bewegung durchgesetzt hätte. Dummerweise ist eine Durchquerung der zweiten Charakterschichte massenhaft nicht möglich.

Reich gab in den 30ger Jahren eine Schrift unter dem Pseudonym Ernst Parell heraus. Der Titel: "Was ist Klassenbewußtsein?". Dort skizziert er zwei Ebenen von Klassenbewußtsein, das der Avantgarde und das der Masse. Die sexualökonomisch orientierte Avantgarde wird sich historisch dadurch auszeichnen, kompromißlos die Sachen des Orgasmusreflexes zu verteidigen und Möglichkeiten zu schaffen, daß Kinder ihre Gesundheit erhalten und für diese Möglichkeit kämpfen. Sie wird keine Gesellschaftspolitik betreiben, keine U-Bootstrategien verfolgen und nicht in gesellschaftlichen Tarnanzügen durch die Gegend laufen, weil man so besser vorankommt. Die Masse muß zwar die Sache der Orgonomie nicht hochhalten, doch sollte sie das Prinzip des Politisierens gründlich verstehen.

Politik ist der organisierte Ausdruck der emotionellen Pest. Das was Reich als emotionelle Pest bezeichnete, ist in der dritten erweiterten Auflage der "Charakteranalyse" beschrieben. Dort schreibt er :

"Die Neigung zur emotionellen Pest ist allgemein. Es gibt nicht Pestfreie hier und Pestkranke dort. So wie jeder Mensch irgendwo in der Tiefe seine Neigung zu Krebs, Schizophrenie oder Alkoholismus hat, so hat jeder, auch der Gesündeste und Lebensfreudigste, die Neigung zu irrationalen Pestreaktionen in sich. Die Energie, die die emotionellen Pestreaktionen speist, entstammt regelmäßig unbefriedigtem Lusthunger (15)......Der biopathische Grundcharakter der emotionellen Pest kommt darin zum Ausdruck, daß sie wie jede andere Biopathie durch Herstellung der natürlichen Liebesfähigkeit geheilt werden kann."(16)..... "Der Ausdruck "emotionelle Pest" ist keine diffamierende Bezeichnung. Er betrifft nicht bewußte Bösartigkeit, moralische oder biologische Degeneration, Unmoralität oder ähnliches. Ein Organismus, dem die Fähigkeit, sich natürlich fortzubewegen, von der Geburt an dauernd unmöglich gemacht wurde, entwickelt künstliche Formen der Fortbewegung. Er hinkt oder geht auf Krücken. Ebenso bewegt sich ein Mensch mit den Mitteln der emotionellen Pest im Leben fort, wenn ihm von Geburt an die natürlichen Lebensäußerungen der Selbstregelung unterbunden wurden. Der emotionell Pestkranke hinkt charakterlich. Die emotionelle Pest ist eine chronische Biopathie des Organismus. Sie brach mit der ersten massenmäßigen Unterdrückung des genitalen Liebeslebens in die menschliche Gesellschaft ein; sie wurde zu einer Endemie, die die Erdbevölkerung seit Jahrtausenden peinigt......Sie ist eine endemische Krankheit, wie die Schizophrenie oder der Krebs, mit dem Unterschiede, daß sie sich wesentlich im sozialen Zusammenleben äußert......Die Pest pflegt periodisch aus dem endemischen in den epidemischen Zustand überzugehen, genauso wie irgendeine andere Seuche, die Lubonenpest oder die Cholera." (17) Die Unerkanntheit der emotionellen Pest war bisher ihr sicherster Schutz. Demzufolge ist anzunehmen, daß die genaue Erforschung ihres Wesens und ihrer Dynamik ihren Schutz einreißen wird. Dies wird von den Trägern der Emotionellen Pest folgerichtig als tödliche Bedrohung ihrer Existenz aufgefaßt werden." (18)

Emotionelle Pest und Arbeitsdemokratie sind wichtige soziologische Bereiche der sozialen Orgonomie - doch bisher wurden ihre Theorien absichtlich unterbunden und nicht gelehrt, Auch hier im Zentrum der emotionellen Pest steht die Funktion der Genitalität

Ein Mensch, der sich nicht mit dem Prinzip der emotionellen Pest auseinandersetzen mag, zeigt damit, daß er sich nicht in der Lage fühlt, die eigene Pest in sich zu betrachten, oder politisch ausgedrückt: man könnte ja sehr schnell in die Situation kommen, wo jeder jeden als pestilent bezeichnet.

Ich habe in meinem Leben eine ganze Menge politischer Erfahrungen gemacht, aber ich habe noch keinen Politiker getroffen, keinen Agitator der die Menschen schätzt. Es gibt kaum soviel Verachtung dem Menschsein gegenüber wie von der politisierenden Seite. Politiker sind immer vom Einzelnen, wie von der Masse getrennt, Arbeitende müssen sich immer sachlich -kommunikativ beziehen.

Nimmt man die Emotionelle Pest ernst, so muß man in erster Linie verstehen, daß sie verkrüppeltes Leben ist. Verkrüppeltes Leben will nie zurückstehen, ist aber nicht mutig genug, der Wahrheit ins Auge zu sehen oder was noch schlimmer ist ,es hat keine Hoffnung auf eine rationale Bewältigung seiner Probleme . Was würde passieren, wenn verkrüppeltes Leben die Reichideen aufgreift. Es würde zwangsläufig ein Zersetzungsprozeß entstehen. Das was klar ist würde unklar werden. Es wäre der Siegeszug der Emotionellen Pest über ihren Kritiker Reich.

Es gibt heute vielen Indizien dafür, daß genau daß im Moment geschieht und eigentlich kann es auch nicht anders sein, wenn Oberflächenschicht und biologischer Kern aufeinandertreffen. Es ist schon wunderlich daß dieser Tatbestand, der jedem Therapeuten in der Praxis bekannt sein dürfte , in der Reichianischen Soziologie, wie überhaupt in der revolutionären Soziologie , als Ausnahme oder Verunglückung angesehen wird. Hier haben die meisten Betrachter ein höchst oberflächlichen Blickwinkel. Jedoch kann man solange nichts dagegen tun, solange das Leben nicht die Arbeit in rationalerweise aufgreifen kann oder aufgreift..

Eine umfassende Antwort auf diese Problematik kann wohl heute niemand geben

Doch können die Theorien über Arbeitsdemokratrie ein wenig hilfreich auf diesem Weg sein. Dafür muß man sie aber ernst nehmen und nicht herunterspielen. Da die Reichianer nicht über die Arbeitsdemokratie reden, soll hier Reich selbst zu Wort kommen.-Was ist Arbeitsdemokratie?

"Arbeitsdemokratie ist der naturwüchsige Prozeß der Liebe, der Arbeit und des Wissens, der die Wirtschaft, das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Menschen regierte, regiert und regieren wird, solange es eine Gesellschaft gab, gibt und geben wird.

Arbeitsdemokratie ist die Summe aller natürlich gewachsenen, sich natürlich ent wickelnden und organisch die rationalen zwischenmenschlichen Beziehungen regierenden Lebensfunktionen.

Die Arbeitsdemokratie ist kein ideologisches System. Sie ist auch kein "politisches" System, das durch Parteien, einzelne Politiker, ideologische Gesinnungsgruppen welcher Art immer der menschlichen Gesellschaft durch Propaganda aufgezwungen werden könnte. Es gibt keine einzige formal politische Maßnahme, mittels derer die Arbeitsdemokratie "eingeführt" werden könnte. Man kann die Arbeitsdemokratie nicht einführen, wie man eine Republik oder eine totalitäre Diktatur einführt. Aus einem sehr einfachen Grunde: Die natürliche Arbeitsdemokratie ist vorhanden und funktioniert unausgesetzt, gleichgültig ob diese oder jene politische Partei oder Ideologengruppe von ihrer Existenz weiß oder nicht. Der Prozeß der natürlichen Arbeitsdemokratie kann in scharfem Widerspruch zu sozialen Institutionen stehen, oder er kann sich mit sozialen Institutionen mehr oder minder decken. Dieser arbeitsdemokratische Prozeß fordert, wo immer er funktioniert, daß die sozialen Ideologien und Einrichtungen in Einklang mit den natürlichen Bedürfnissen und zwischen menschlichen Beziehungen gebracht werden, wie er sich in der natürlichen Liebe, in der lebensnotwendigen gesellschaftlichen Arbeit und in der Naturforschung klar ausdrückt. Diese lebendigen sozialen Funktionen können gehindert oder sie können gefördert werden; sie können den arbeitenden Menschen bewußt oder unbewußt sein. Aber sie können niemals vernichtet werden. Sie bilden daher die solide Basis des rationalen sozialen Geschehens jeder Art. Politisch ideologische Systeme beruhen auf Anschauungen über den natürlichen Lebensprozeß. Sie können den natürlichen Lebensprozeß fördern oder behindern. Sie selbst funktionieren aber nicht im Fundament der menschlichen Gesellschaft. Sie können demokratisch sein; dann fördern sie den natürlichen Lebensprozeß der Menschen. Sie können diktatorisch-autoritär sein; dann geraten sie in tödlichen Konflikt mit ihm. Man kann die Arbeitsdemokratie nicht als politisches System aufdrängen. Es kann nur das Bewußtsein der Arbeitenden in allen lebensnotwendigen Berufen von ihrer Verantwortlichkeit für das soziale Geschehen da sein oder organisch wachsen, wie ein Baum oder ein tierischer Körper. Dieses Wachstum des Bewußtseins der sozialen Verantwortung ist die Wichtigste Voraussetzung, daß nicht politische Systeme wie eine Geschwulst am sozialen Organismus wuchern, die früher oder später soziales Chaos herbeiführen müssen. Ein solches Verantwortungsbewußtsein der Arbeitenden aller Berufe ist ferner die wichtigste Voraussetzung dafür, daß die Institutionen der menschlichen Gesellschaft mit der Zeit in Einklang mit den natürlichen Funktionen der Arbeitsdemokratie kommen.

Politische Systeme entstehen und vergehen, ohne daß sich im Fundament des gesellschaftlichen Lebens Wesentliches ändert oder daß es zu funktionieren aufhört. Der Pulsschlag der menschlichen Gesellschaft würde aber stoppen und nicht wiederkehren, wenn die natürlichen Lebensfunktionen der Liebe, der Arbeit und des Wissens auch nur für einen Tag aussetzen. Natürliche Liebe, lebensnotwendige Arbeit und Naturforschung sind rationale Lebensfunktionen. Sie können ihrem Wesen nach nicht anders als rational sein. Sie sind daher jeder Art Irrationalismus tödlich entgegengesetzt.

Der politische Irrationalismus, der unser Leben verpestet, verunstaltet und vernichtet, ist im echt psychiatrischen Sinne eine Perversion des sozialen Lebens, die hervorgerufen wurde durch die Nichtanerkennung und die Ausschaltung der natürlichen Lebens- funktionen aus der Lenkung und Bestimmung des sozialen Lebens. Jede Art totalitär-autoritärer Herrschaft gründet sich auf den anerzogenen Irrationalismus in den Menschenmassen. Jede diktatorische politische Anschauung, sie mag von wem immer vertreten sein, haßt und fürchtet ihren Todfeind, die Funktionen der Liebe, der Arbeit und des Wissens. Sie können nicht zusammen existieren. Die Diktatur vermag die natürlichen Lebensfunktionen nur zu unterdrücken oder für ihre Herrschaftszwecke auszubeuten, aber sie kann sie niemals fördern und beschützen oder gar selbst leisten, ohne daran zugrunde zu gehen.

Daraus geht hervor:

1. Es ist nicht notwendig und wäre nur katastrophal, neue erdachte politische Systeme einzuführen. Was geleistet werden muB, ist die Überantwortung der natürlichen Lebensfunktionen mit der Lenkung des weiteren sozialen Geschehens. Nichts Neues ist zu schaffen, nur Hindernisse der natürlichen sozialen Funktionen sind aus dem Wege zu schaffen, gleich gültig, in welcher Form sie auftreten mögen.

Vertreter dieser natürlichen Lebensfunktionen sind die besten Arbeitenden aller lebensnotwendigen Berufe. Sie funktionieren arbeitsdemokratische nicht zufolge ihrer persönlichen politischen Neigungen, sondern ausschließlich zufolge ihrer Tätigkeit als Industriearbeiter, Farmer, Lehrer, Ärzte, Kleinkinderzieher, Schriftsteller, Administratoren, Techniker, Wissenschaftler, Forscher u. s. f.

Die Zusammenfassung der Vertreter der lebensnotwendigen Arbeit in eine internationale, sozial und gesetzlich mit sachlicher Autorität ausgestattete Körperschaft wäre unüberwindlich und würde das Ende des internationalen politischen Irrationalismus bedeuten.

3. Gesellschaftliche Produktion und Konsumtion sind organisch und natürlicherweise ineinander geflochten. Die Herstellung von Körperschaften, die dieser natürlichen Verflechtung praktisch und formal Ausdruck gäben, wären handfeste soziale Garantien gegen weitere Katastrophen durch den Irrationalismus. Die Verantwortung für den Gang der menschlichen Bedürfnisbefriedigung würde ausschließlich auf den Konsumenten und Produzenten lasten und ihnen nicht von einer autoritären Staatsadministration gegen ihren Willen und Protest aufgezwungen werden müssen. Diese Verantwortung für das eigene Schicksal, vertreten in den bereits vorhandenen und nicht erst einzurichtenden Körperschaften der Konsumtion und Produktion auf allen Gebieten, wäre ein entscheidender Schritt zur Herstellung der arbeitsdemokratischen Selbstverwaltung der Gesellschaft. Da alle Arbeitsprozesse von einander abhängen und miteinander organisch verflochten sind; da ferner die Konsumtion die Produktion bestimmt, ist eine natürlich gewachsene und organisch funktionierende Organisation in der gesellschaftlichen Basis gegeben, die allein imstande ist, die Verantwortung für die weitere soziale Entwicklung Europas zu übernehmen.

Die natürliche Arbeitsdemokratie ist politisch weder "links" noch "rechts" gerichtet. Sie umfaßt jeden, der lebensnotwendige Arbeit leistet, und ist deshalb einzig und allein vorwärts gerichtet. Sie hat ihrem Wesen nach nicht die Absicht, gegen Ideologien zu sein, also auch nicht gegen politische Ideologien, aber sie ist, ebenfalls ihrem Wesen nach, wenn sie funktionieren soll, gezwungen, gegen jede ideologische Richtung und gewiß gegen jede politische Partei scharf sachlich aufzutreten, die sich ihr irrational in den Weg stellt. Die Arbeitsdemokratie ist aber im Grunde nicht "gegen", wie die Politik in der Regel ist, sondern sie ist für konkrete Aufgabenstellungen und Aufgabenlösungen.

Massenpsychologie) (19)

Diese zentrale Proklamation ist Bestandteil der Erweiterung der Massenpsychologie des Faschismus", das mit dem Kapitel , "Masse und Staat" beginnt. Diese angeblich "unwesentliche" Erweiterung ,wie sie ein Reichianischer Agitator einst mir gegenüber in einer Entgegnung mir bezeichnete, erweist sich bei näherer Betrachtung als Aufarbeitung des politischen Versuchs, wissenschaftliche Wahrheit in die Welt zu bringen und deren Scheitern. In weitgefächerten historischen Zusammenhängen am Beispiel der UdSSR durchdringt Reich das Gebiet des Historischen Materialismus und zergliedert das Prinzip der Politik selbst als Ausdruck entfremdeter Arbeitsdemokratie. Politik ist kein engagiertes Organisationsschema, es ist eine Organisationsform des gepanzerten, speziell des pestilent gepanzerten Menschen. Es ist ganz enorm, welche Ängste Menschen vor der Emotionellen Pest haben. Obwohl sie für alles Elend in der Welt verantwortlich ist, so kann doch der ehrlichste Mensch ihr nicht entgehen. Typischer Weise bildet sich eine pestilente Reaktion immer dort, wenn man erkennt, daß ein angestrebtes Ziel nicht erreichbar ist. Insofern ist jeder Mensch der Nichterreichbares anstrebt, prädestiniert, in Konflikt mit Pestreaktionen zu kommen. Weshalb also diese große moralische Angst vor der Pest? Angst vor der Pest ist im Grunde Angst vor der Wahrheit selbst. Wer seine Pestreaktionen erkennen und dazu stehen kann, kann sich auch mit der grundlegenden Wahrheit auseinandersetzen, wie der Mann Moses, das gelobte Land niemals zu erreichen.

In den Endwehen der 68ger Bewegung war es völlig unmöglich, den Begriff Politik sexualökonomisch zu betrachten. "Politik war gut", politisch sein bedeutete engagiert zu sein. Auch hier mußten wir geduldig warten - kein Pestanfall brachte uns weiter in dieser Sache, außer in unserer Selbstbetrachtung. Heute, wo die Politik mehr und mehr versagt, ziehen sich die politischen Agitatoren immer weiter zurück, oder sie nennen ihre Politik nun nicht mehr Politik, sondern sie nennen es "alternativ" oder wie immer. Ein Beispiel dafür war die AAO, die sich zwar nie politisch nannte, aber alle Züge des pestilenten Wesens auf sämtlichen Gebieten zeigte. Aus diesem Grunde gab ich meinem Buch "Die Falle" (20) den Untertitel "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln".

Die AAO war ein exemplarisches Beispiel für pestilente Politik und das Wesen der zweiten Schicht. Es ist interessant, daß gerade sie versuchte, ein Gesellschaftsmodell auf reichorientierter Ebene zu begründen. Das Endergebnis kann man nicht anders als "sexualökonomischen "Faschismus bezeichnen. Jedoch war die sonst so klevere AAO zu blöd zu verstehen, daß ihre Inhalte zu kompliziert und letztlich doch zu anspruchsvoll waren, um sie zu einer wirklichen Massenbewegung werden zu lassen. Zwar machte man 1976 schon Hochrechnungen, wann man die Weltherrschaft antreten könnte, doch schaffte sie es nicht; eine praktische neue Ideologie zu begründen, sondern stattdessen schafften einige ihrer Funktionäre den Sprung in das System ihrer eigenen Kritik, die finanzielle Oberliga.

Wollen wir heute mit Reichs Erkenntnis noch was anfangen, so müssen wir die subtilen Elemente der Politik zu erkennen vermögen, was vielleicht nicht so einfach ist und wofür man auch keine Tips geben kann. Im Allgemeinen verfolgt Politik das Ziel, Hoffnungen zu erwecken und nicht die Schwierigkeiten in den Vordergrund zu rücken. Der Politiker, der den Massen ihre eigene Verantwortung aufbürdet, würde nie gewählt. Politik organisiert im Allgemeinen prägenitale Frustrationen der Massen. "Prägenital" meint hier das Fehlen genitaler Organisationsform. Vielleicht wäre dies eine gute Kurzformel: Politik ist die Domäne der Prägenitalität - die Entsprechung der Genitalität ist die Arbeitsdemokratie. Das scheint unseren Kritikern Recht zu leben, die ja behaupten, Arbeitsdemokratie wäre die Entsprechung der gesunden Gesellschaft. Doch muß heftiger Protest erhoben werden. Diesen Zustand würden wir die "voll entwickelte Arbeitsdemokratie" nennen.

Wir stehen hier in der Gesellschaft vor einem Amalgam zwischen Genitalität und Neurose, der gesellschaftlichen Entsprechung Politik-Arbeitsdemokratie. Grundsätzlich regiert das biologische Funktionieren wie auch das gesellschaftliche. Auf dieser Basis entfremdet die Neurose einen Teil der Natur und erhält erst dadurch ihren Eigencharakter . Dasselbe bezieht sich auf die Politik. Sie ist Blutsauger der Arbeitsdemokratie. Neurose und Politik sind also Schmarotzer der Arbeitsdemokratie in Biologie und Gesellschaft. Biologie und Arbeitsdemokratie können aus sich selbst heraus gut funktionieren. Neurose und Politik sind auf Biologie und Arbeitsdemokratie angewiesen. Ohne sie könnten beide nicht existieren.

Trotz allem müßte es jetzt immer klarer werden, warum die Funktion des Orgasmus nicht von der Arbeitsdemokratie zu trennen ist. Auch die Formulierung, Arbeitsdemokratie sei ein theoretisches Konzept, muß entschieden widersprochen werden.

So schreibt ein bekannter Reichreferent in Emotion Nr.4 in Entgegnung auf meinen Artikel: War Wilhelm Reich Marxist?

"Was hat es z.B. auf sich mit dem Vergleich zwischen "orgastischer Potenz" als Ausdruck individueller Selbstregulierung und dem Begriff der "Arbeitsdemokratie" als Ausdruck sozialer Selbstregulierung?...Der Begriff der Arbeitsdemokratie" ist demgegenüber zunächst einmal nicht mehr als eine ganz grobe Idee davon, daß sich auch ökonomische und soziale Beziehungen einer Gesellschaft sich selbst regulieren können, wenn die Gesellschaft und die Individuen aus ihren jeweils erstarrten Strukturen befreit sind." (21)

Und dann wird noch ein Reich Zitat angeführt, in dem Reich selbst beschreibt, wie er im Verlauf der vier Kriegsjahre dem Begriff Arbeitsdemokratie immer mehr nachging. (20)

Hier wird suggeriert Arbeitsdemokratie sei eine philosophische Abstraktion ohne reale Bedeutung. Der Verfasser gibt selber zu, eine Synthese zwischen Marx und Reich zu suchen. Aus arbeitsdemokratischer Sicht des Reichschen Werkes hat der Referent hier seine Hausaufgaben nicht gemacht. Da will man was zusammensetzen, was historisch längst überholt war. Und man versucht auch "ehrlich motiviert und engagiert" dem Publikum die Aufarbeitung auszureden, indem man sie versucht von Reichs eigenen Theorien abzuschneiden. Das ist Reich-Politik.

1952 sagte Wilhelm Reich zur Situation von 1933:

"Ich ging in die Soziologie, die damals mit Politik vermischt oder identisch war. Das war ein und dasselbe. Und hier war ein anderer Mann, ein anderes Genie, Marx. Ich fing 1927 an, mich für Marx und Engels zu interessieren. Das mußte ich, natürlich. Sie waren große Männer und sie waren in Ordnung. Ich lernte da gute, wahre Soziologie. Freud war anfangs enthusiastisch." (23)

"Eines Tages sagte Freud (ich erinnere mich sehr genau daran, das war im Zusammenhang mit der Sexualgesetzgebung in Rußland): "Möglich, daß das Licht vom Osten kommt.." Aber er zweifelte. Ich zweifelte auch. Ich glaubte nie, daß die Kommunisten wirklich auf dem richtigen Pfad waren. Aber man mußte mit ihnen zusammenarbeiten, weil sie das hoffnungsvollste Volk hatten. Und man mußte psychologisches Denken einführen." (24)

"Wir mußten erst durch unsere Fehler lernen. So mußten wir beispielsweise herausfinden, was jene Politiker, die kommunistischen roten Faschisten 1931-32 in Berlin machten. Solange ich zehntausend, vierzigtausend junge Leute in ihre Organisation brachte, die sich für die sexuelle Frage oder die Frage der geistig-seelischen Hygiene interessierten, sagten sie: "Reich ist wunderbar." Aber als der Augenblick kam, wo es darum ging, etwas Praktisches zu tun, da wurden sie zu Feinden. Das ist wichtig. Solange ich ihnen Leute brachte, war ich "wunderbar". Sobald sie aber etwas Praktisches für das Volk tun sollten, begann der Haß. Die Schufte. Sie wissen wirklich nicht, was man tun soll oder wie man mit den Dingen umgeht. Deswegen werden sie Politiker. Ich glaube, sie haben heutzutage keinen schlimmeren Feind als mich, und sie wissen das. Deswegen benehmen sie sich so." (25)

"Nun, ich kann Ihnen versichern, daß ich seinerzeit viele Fehler gemacht habe. Beispielsweise war es ein Fehler zu glauben, daß man den Leuten nur über Neurose und dann über Glück zu sprechen braucht und daß sie dann fähig wären zu verstehen und sich zu ändern. Ich wußte, daß die Leute krank waren, aber ich wollte Freiheit für sie. Aber die Fähigkeit zur Freiheit, die strukturelle, charakterologische Fähigkeit zur Freiheit war irgendwie nicht ganz da." (26)

"Um 1930 hatte ich keine Ahnung von den natürlichen arbeitsdemokratischen Beziehungen der werktätigen Menschen. Die jungen sexualökonomischen Einsichten in die menschliche Strukturbildung waren damals im Rahmen des Denkens der marxistischen Parteien untergebracht. Ich arbeitete zu der Zeit in liberalen, sozialistischen und kommunistischen Kulturorganisationen und war routinemäßig gezwungen, die üblichen, marxistisch-soziologischen Begriffe im Zusammenhang mit den sexualökonomischen Darstellungen zu gebrauchen. Der Riesenwiderspruch zwischen sozialer Sexualökonomie und vulgärem Ökonomismus kam schon damals in peinlichen Auseinandersetzungen mit verschiedenen Funktionären der Parteien zum Ausdruck. Mir war aber, als ich noch an die grundsätzlich wissenschaftliche Natur der marxistischen Parteien glaubte, unverständlich, aus welchem Grunde die Parteileute die sozialen Wirkungen meiner ärztlichen Arbeit gerade dann am schärfsten bekämpften, wenn Massen von Angestellten, Industriearbeitern, kleinen Kaufleuten, Studenten etc. in die sexual ökonomisch orientierten Organisationen strömten, um sich das Wissen über das Lebendige zu holen." (27)

"Die marx'sche Soziologie stellte aus Unkenntnis der Massenpsychologie den "Bürger" dem "Proletarier" gegenüber- dies ist psychologisch falsch. Die charakterliche Struktur ist nicht auf den Kapitalisten beschränkt, sondern durchsetzt die Arbeitenden aller Berufe. Es gibt freiheitliche Kapitalisten und reaktionäre Arbeiter. Es gibt keine charakterlichen Klassengrenzen.(28)

Auch ein Folgeartikel aus Emotion Nr. 6 (Arbeitsdemokratie Alternative zur Politik von Michael Gierlinger) wurde noch nachträglich ohne Wissen des Autors verändert (wie mir der Autor persönlich berichtete). Obwohl dieser Artikel gut recherchiert ist, folgt er auch bedauerlicherweise dem Konzept, Arbeitsdemokratie sei eine Philosophie, die sich aus dem Scheitern der Politik ergeben mußte. Auch er sieht nicht die biosoziale Funktion als Arbeitsdemokratie in ihrer Potenz, oder nimmt sie zumindest nicht ernst.

Die theoretische Sichtung der Arbeitsdemokratie als biosoziale Funktion begann Reich 1939. Nach seiner Emigration 1933 nach Skandinavien war ihm jegliche politische Aktivität untersagt. Er arbeitete damals im naturwissenschaftlichen Bereich und untersuchte, inwieweit seine Ergebnisse der Lebensfunktion auch in der unbelebten Natur gültig waren. In dieser Zeit entdeckte er die Orgonstrahlung an einer Bionenkultur und gelangte allmählich zu den Entdeckungen, die wir heute Orgonfunktion nennen. In der Orgonfunktion trat die biosoziale Funktion der Arbeit weit besser zu Tage als zuvor. Es ist jetzt völlig klar, daB die Arbeitsdemokratie in den Augen von Politikern ein recht schlechtes Konzept ist, für den Naturforscher Reich war sie eine Erkenntnis, genau wie die Orgonstrahlung.

Um es noch mal klar zu formulieren:

Arbeitsdemokratie ist eine biosoziale Funktion der Orgonstrahlung. Sie funktioniert unausgesetzt und kann durch Neurose und deren gesellschaftlicher Entsprechung der Politik herabgesetzt werden. Es entspricht absoluter soziologischer Unkenntnis, wenn Reichianer gerne behaupten, die Funktion des Orgasmus wäre jahrelang erforscht worden, die Arbeitsdemokratie hingegen wäre nur ein vages Konzept.

Hier wird klar Reichs Erfahrung mit dem politischen Charakter, die er in den Jahren 1927-1933 machte, geleugnet und so der Eindruck erweckt, als hätte er soziologisch hier keine Forschung betrieben. Reich wird defakto als soziologischen Forscher abzuqualifiziert..

Die amerikanische Ausgabe der Massenpsychologie des Faschismus erschien 1942 Sie könnte wieder zu einem der wichtigsten Schriften der 90ger Jahre werden (vor allem wegen ihrer Erweiterung). Wenn wir uns dem allgemeinen Teil, sozusagen dem Jedermann -Aspekt zuwenden, so müßten wir wiederum als erstes fest stellen, die Menschen i sexualökonomische Hilfe brauchen: Dringend gebraucht werden Einrichtungen in Form von sexualökonomischen Kindergärten, wir brauchen geschulte Orgasmusreflextherapeuten zur Schulung für Personen des öffentlichen Lebens. Arbeitsdemokratie wir solange nur eingeschränkt funktionieren , solange die Frage der Sicherung der Funktion des Orgasmusreflexes nicht absolute Priorität hat, das darf nie vergessen werden.

In zweiter Linie ist es wichtig, zwischen "politisieren" und "arbeiten" zu unterscheiden zu lernen.. Es ist notwendig, dafür ein Gespür zu entwickeln. Arbeitsdemokratie ist auch in scheinbar politischen Administrationen möglich. So können wir bei Reich beispielsweise feststellen, daß selbst er in politischen Organisationen immer Arbeitsdemokrat und nie Politiker war. Wir haben es einfach mit der Vermengung von Arbeitsdemokratie und Politik zu tun. Das Ergebnis der Sexualökonomie, Entdeckung der Orgonstrahlung und der Arbeitsdemokratie wurde von einem Charakter geleistet, der selber in der Welt der Politik stand, sicherlich war dieser Mensch sehr begabt und vielleicht hatte er auch mehr Möglichkeiten und war unabhängiger als manch anderer. Trotz allem entdeckte er auf Grund seiner Charakterstruktur alle diese Funktionen, die hier im Artikel beschrieben wurden, die klar arbeitsorientiert und dementsprechend arbeits- rational war. Politik zeichnet sich durch die Abwesenheit von Arbeitsrationalität. aus Statt Schritt für Schritt Dinge zu ergründen, organisiert sich Politik aus Stauungen biologischer Energie, die von tiefer Furcht und entsprechender Hoffnung ohne Realitätsgrundlage getragen sind und propagiert werden, um die Umgebung an das eigene angstbehaftende Muster anzu-gleichen. Im Gegensatz dazu bietet die Orgonomische Soziologie eine Fülle von neuen Möglichkeiten ,wenn sie wirklich arbeitsdemokratisch ist und nicht selber zur politischen Ideologie entartet.

Aber die Menschen müssen sie überdenken und müssen sich entscheiden: wollen sie damit Politik machen, eine Menge Geld verdienen, sehen sie nur die Möglichkeiten der Berühmtheit die ihnen winken könnte wenn sie den Erfinder übertrumpfen, indem sie ihn korrigieren -oder nehmen sie seine Theorie selbst als ein Werkzeug in ihrem Leben.

Somit haben wir zum ersten Mal seit dem 6000 Jahre andauerndem Patriarchat eine direkt funktionierende Verbindung zwischen dem biologischem Funktionieren (Menschentier) und seiner sozialen Umgebung (Gesellschaft).

Es dürfte jetzt klar geworden sein, daB Politik das Bewegungsschema der patriarchalischen Epoche war und ist.. Aus diesem Grunde ist mittels der Politik keine freie Gesellschaft herzustellen.

Fußnoten:

  1. Wilhelm Reich: Massenpsychologie des Faschismus, USA 1942 3. korrigierte und erweiterte Auflage, Fischertaschenbuch 1974 Seite 11
  2. das Unbehagen in der Kultur. Buch von Siegmund Freud, in dem er gegen die Erkenntnisse Reichs polemisierte
  3. Wilhelm Reich, die Entdeckung des Orgons Vol. 1, die Funktion des Orgasmus - Fischer Taschenbuch 1972, S.15
  4. Wilhelm Reich, Charakteranalyse, 3. erweiterte Auflage USA 1946 Fischer-Taschenbuch 197Z S.13
  5. ebd(s.o.)S 13-15
  6. diese Schrift liegt als Fotokopie der Gemeinschaft zur Förderung der Psychoanalyse Berlin vor.
  7. Aus Emotion Nr. 10, Bernd Nitschke: Wilhelm Reich, Psychoanalyse und Nationalsozialismus
  8. So gehört in einem Vortrag in einem Vortrag von Bernd Senf in der Vorlesungsreihe: Einführung in die Arbeiten von Wilhelm Reich 1981 in der FHW über Massenpsychologie des Faschismus nach der 3. Auflage des gleichnamigen Buches von 1933
  9. W.R. Massenpsychologie des Faschismus, 3. erweiterte und korrigierte Auflage von 1942 S.21/22(Fischertaschenbuch 1974)
  10. ebd S. 22
  11. ebd s.26
  12. ebd s. 24
  13. Aus: "Reich über Freud (Interview),auch nachzulesen in Emotion Nr.4: War Wilhelm Reich Marxist von J. Trettin
  14. Dr. Walter Hoppe, einer der wichtigsten Mitarbeiter Reichs, lebte und lehrte von 1973 bis 1981 in München.
  15. genital frustration (in der englischen Ausgabe) wurde im Deutschen mit Lusthunger übersetzt
  16. Wilhelm Reich 3. erweiterte und korrigierte Auflage, Fischertaschenb. Kap. 6: Die Emotionelle Pest S.255
  17. ebd S.252
  18. ebd S.257
  19. W. Reich Massenpsychologie des Faschismus, 3. erweiterte und korrigierte Auflage USA 1942 Kap. 11/1: Was ist Arbeitsdemokratie, S.276-279, Fischertaschenbuch 1974
  20. Die Falle von John Joachim Trettin, Parallel Verlag Berlin 1977
  21. Bernd Senf: Schluß mit Marx und mit der Politik? Kap.5: Die Idee von der Arbeitsdemokratie in Emotion Nr.4 1982 S. 123-124
  22. Massenpsychologie, 3. erweiterte und korrigierte Auflage ~.R. Fischertaschenbuch 1974 S.319
  23. Wilhelm Reich über Siegmund Freud-Interview mit Dr. Eissler 1952 Edit. Produktionsgemeinschaft Schrift, Ton und Bild, Schloss Dätzing n Seite 27
  24. ebd S.21
  25. ebd. S.31/32
  26. ebd s.29
  27. R. Massenpsychologie.... S.21/22
  28. ebd. 5.27

Berlin, 1992 - aktualisierte Fassung


Joachim Trettin & Beate Freihold © copyright

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